Joachim Küster hat mich wieder einmal auf einen sehr interessanten Artikel in der FAZ aufmerksam gemacht – und dort wird wieder einmal über den so genannten Nocebe-Effekt aufgegriffen, zu dem ich schon in meinem Blog-Beitrag vom 6. Juli 2009 etwas geschrieben habe.
Im aktuellen Beitrag in der FAZ wird auch dieser eindrückliche Fall geschildert, der vor rund 2 Jahren in der medizinischen Fachzeitschrift “General Hospital Psychiatry” veröffentlich wurde:
Der 26-jährige Derek Adams wollte seinem Leben ein Ende setzen. Seine Freundin hatte ihn verlassen. Er schluckte 29 Kapseln eines Antidepressivums und bekam Todesangst. Nach der massiven Überdosis sackte sein Blutdruck ab, er kam in die Klinik und konnte trotz intravenöser Infusionen nicht stabilisiert werden.
Die fraglichen Tabletten hatte er im Rahmen einer Medikamentenstudie bekommen. Wie üblich, waren der Hälfte der Teilnehmer echte Medikamente, den anderen nur Placebos verabreicht worden. Und natürlich wussten die Versuchsteilnehmer nicht, zu welcher Gruppe sie gehörten – die Studie war ordnungsgemäß “verblindet”. Nach der Einlieferung in die Notfallstation stellte sich heraus, dass Adams zur Placebogruppe gehörte. Als er erfuhr, dass er nur ein Scheinpräparat geschluckt hatte, verschwanden seine Beschwerden binnen kurzem. Der junge Mann war körperlich kerngesund.
Ein eindrücklicher Fall. Den ganzen Artikel der FAZ gibt es hier zum Nachlesen:
Zum gesamten Artikel auf FAZ.NET
Viel Spass beim Sich-über-die-menschliche-Psyche-wundern,
Doc Ramadani
Dr. med. Marco Ramadani ist niedergelassener Arzt in eigener Privatpraxis für Hypnotherapie und Klinische Hypnose im Neu-Ulmer Stadtteil Pfuhl.
Dazu der Bericht, den Bernard Lown in seinem Buch “Die Verlorene Kunst des Heilens” gibt. Hier wurde 1939 von englischen Medizinern ein unmenschliches Experiment mit einem indischen Delinquenten gemacht. Dem armen Teufel wurde suggeriert, dass man seine Pulsadern geöffnet hätte. Er ist daran gestorben.
Bernard Lown, einer der profiliertesten Mediziner des Jahrhunderts (Erfinder des Defibrillators und der Kardioversion ) ist ein absolut vertrauenswürdiger Berichterstatter und sein Buch in dieser Hinsicht eine Fundgrube.
Auch Welt Online berichtet in einem aktuellen Artikel über den Fall:
http://www.welt.de/die-welt/wissen/article4957591/Der-eingebildete-Kranke.html
Doc Ramadani