Doc Ramadani’s Energiebrief

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Beiträge mit dem Schlagwort Geschichte

Der alte Mann und sein Pferd

Folgende Geschichte hat mir die liebe Heidi von der schwäbischen Ostalb geschickt. Ich möchte sie Euch nicht vorenthalten.

The Old Man and his Horse (a.k.a. Sai Weng Shi Ma)

Once there was an old man who lived in a tiny village. Although poor, he was envied by all, for he owned a beautiful white horse. Even the king coveted his treasure. A horse like this had never been seen before – such was its splendor, its majesty, its strength.

People offered fabulous prices for the steed, but the old man always refused. “This horse is not a horse to me,” he would tell them. “It is a person. How could you sell a person? He is a friend, not a possession. How could you sell a friend.” The man was poor and the temptation was great. But he never sold the horse.

One morning he found that the horse was not in his stable. All the village came to see him. “You old fool,” they scoffed, “we told you that someone would steal your horse. We warned you that you would be robbed. You are so poor. How could you ever protect such a valuable animal? It would have been better to have sold him. You could have gotten whatever price you wanted. No amount would have been too high. Now the horse is gone and you’ve been cursed with misfortune.”

The old man responded, “Don’t speak too quickly. Say only that the horse is not in the stable. That is all we know; the rest is judgment. If I’ve been cursed or not, how can you know? How can you judge?”

The people contested, “Don’t make us out to be fools! We may not be philosophers, but great philosophy is not needed. The simple fact that your horse is gone is a curse.”

The old man spoke again. “All I know is that the stable is empty, and the horse is gone. The rest I don’t know. Whether it be a curse or a blessing, I can’t say. All we can see is a fragment. Who can say what will come next?”

The people of the village laughed. They thought that the man was crazy. They had always thought he was a fool; if he wasn’t, he would have sold the horse and lived off the money. But instead, he was a poor woodcutter, and old man still cutting firewood and dragging it out of the forest and selling it. He lived hand to mouth in the misery of poverty. Now he had proven that he was, indeed, a fool.

After fifteen days, the horse returned. He hadn’t been stolen; he had run away into the forest. Not only had he returned, he had brought a dozen wild horses with him. Once again, the village people gathered around the woodcutter and spoke. “Old man, you were right and we were wrong. What we thought was a curse was a blessing. Please forgive us.”

The man responded, “Once again, you go too far. Say only that the horse is back. State only that a dozen horses returned with him, but don’t judge. How do you know if this is a blessing or not? You see only a fragment. Unless you know the whole story, how can you judge? You read only one page of a book. Can you judge the whole book? You read only one word of one phrase. Can you understand the entire phrase?”

Viel Spass beim Pferdehüten,
Doc Ramadani

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Vom Jungen, dem ein Arm fehlte

Es war einmal ein Junge. Er war mit nur einem Arm auf die Welt gekommen, der linke fehlte ihm. Nun war es so, dass sich der Junge für den Kampfsport interessierte. Er bat seine Eltern so lange darum, Unterricht in Judo nehmen zu können, bis sie nachgaben, obwohl sie wenig Sinn daran sahen, dass er mit seiner Behinderung diesen Sport wählte.

Der Meister, bei dem der Junge lernte, brachte ihm einen einzigen Griff bei und den sollte der Junge wieder und wieder trainieren. Nach einigen Wochen fragte der Junge: “Sag, Meister, sollte ich nicht mehrere Griffe lernen?” Sein Lehrer antwortete: “Das ist der einzige Griff, denn du beherrschen musst.” Obwohl der Junge die Antwort nicht verstand, fügte er sich und trainierte weiter.

Irgendwann kam das erste Turnier, an dem der Junge teilnahm. Und zu seiner Verblüffung gewann er die ersten Kämpfe mühelos. Mit den Runden steigerte sich auch die Fähigkeit seiner Gegner, aber er schaffte es bis zum Finale.

Dort stand er einem Jungen gegenüber, der sehr viel größer, älter und kräftiger war als er. Auch hatte der viel mehr Erfahrungen. Einige regten an, diesen ungleichen Kampf abzusagen und auch der Junge zweifelte einen Moment, dass er eine Chance haben würde. Der Meister aber bestand auf dem Kampf. Im Moment einer Unachtsamkeit seines Gegners gelang es dem Jungen, seinen einzigen Griff anzuwenden ? und mit diesem gewann er zum Erstaunen aller.

Auf dem Heimweg sprachen der Meister und der Junge über den Kampf. Der Junge fragte: “Wie war es möglich, dass ich mit nur einem einzigen Griff das Turnier gewinnen konnte?”

“Das hat zwei Gründe: Der Griff, den du beherrschst, ist einer der schwierigsten und besten Griffe im Judo. Darüber hinaus kann man sich gegen ihn nur verteidigen, indem man den linken Arm des Gegners zu fassen bekommt.”

Und da wurde dem Jungen klar, dass seine größte Schwäche auch seine größte Stärke war.

Viel Spass beim Stärken-finden,
Doc Ramadani

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Das Schicksal ist ungerecht!

Ein Philosoph unterhielt sich mit Mulla Nasrudin. “Im Endeffekt tun Sie mir leid”, sagte er. “So hart ist Ihr Leben, um jedes Schäfchen der Gemeinde müssen Sie kämpfen.”

Nasrudin sagte: “Ich danke Ihnen für Ihr Mitgefühl. Aber sagen Sie mir doch, welchem Beruf Sie nachgehen?”. Der Philosoph antwortete, und ein gewisser Stolz in seiner Stimme war nicht zu überhören: “Ich bin ein Philosoph und studiere das Denken der Menschen, ihre Taten und ihre Wünsche.” Da fuhr der Mulla fort, an seinem Stück trockenem Brot zu knabbern, und seufzte: “Jaja, so hat ein jeder von uns sein Los zu tragen.”

Viel Spass beim Philosophieren,
Doc Ramadani

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An der Brücke

Als ich einmal wieder auf meinem Weg war, traf ich einen jungen Mann, der ging auf und ab. Ich fragte, was er denn mache und er schaute mich an. Seine Augen waren voll Trauer und auch voll Wut. Sein Körper war geschwächt und doch konnte er nicht ruhen. Auf seinen Schultern lastete ein großes Paket, hier und da waren ein paar Löcher, wo wohl ein Stück des Inhalts fehlte; dennoch schien es dadurch nicht minder schwer.

Ich fragte, warum er denn nur ständig auf und ab gehe? Er sagte, dass er gerne über diese Brücke gehen wolle, um auf die wunderschöne Insel gegenüber der Schlucht zu gelangen, doch er wage es nicht, denn seine Last sei so schwer und die Brücke, die er passieren müsse, mache keinen stabilen Eindruck.

Ich fragte ihn, warum er denn die Last nicht ablegen würde, dann könnte er doch ohne weiteres die Brücke passieren. Er schaute mich entgeistert an: “Ohne sein Gepäck”? “Nein, das ginge nicht”! Ich fragte ihn, was denn so Wichtiges in diesem Paket wäre, dass er es denn nicht hier lassen könne. Er lächelte und sagte stolz: “Es ist meine Vergangenheit”. Er ging auf und ab, sehnsüchtige Blicke folgten dem Weg auf diese wunderschöne Insel, mit Blumen und Früchten und frischem Wasser. Er war wirklich geschwächt, so bot ich ihm Wasser an. Dankend trank er. Ich fragte, ob er seine Last absetzen möge und auf die Insel gehen wolle. Vehement verneinte er. Auf keinen Fall würde er seine so kostbare Vergangenheit absetzen, nur, um auf die Insel zu gelangen? Es müsse doch schließlich auch einen anderen Weg geben. Wir schwiegen.

Ich meinte, wenn seine Vergangenheit leichter wäre, so könne er sie vermutlich mit auf die Insel nehmen. Doch wäre sie leichter, so wäre sein Eigengewicht weitaus mehr und so könnte er sowohl mit, als auch ohne Vergangenheit diese Brücke nicht passieren. Dadurch jedoch, dass er nun so lange gegangen sei, mit dieser Last, sei er selber davon so leicht geworden, dass er die Brücke passieren könne, würde er seine Last absetzen. Er schaute mich erstaunt an. “Es ist also die einzige Möglichkeit diese Brücke zu überqueren?”, fragte er. Ich schwieg. Er dachte nach.

Dann fragte er mich, ob ich denn kurz für ihn seine Vergangenheit tragen könnte, da er das Paket ungern in den Staub stellen wolle. Er würde jedoch gern einmal auf die Insel gehen, um zu schauen, ob sich denn der Tausch auch lohnen würde. Ich willigte ein. Er kam nie wieder zurück und so stellte ich das Paket zu den anderen.

[Nach Paula Meux, ein wenig von mir umgeschrieben ;-) ]

Viel Spass beim Brückengehen,
Doc Ramadani

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Von verliehenen Büchern

Es war einmal ein Gelehrter, zu dem viele Menschen kamen, um ihm Fragen zu stellen.  Eines Tages fragte jemand den weisen Mann: “Warum, Meister, bekommt man eigentlich verliehende Bücher so selten wieder zurück?” Darauf antwortete der Gelehrte ohne lange nachzudenken: “Weil es leichter ist, die Bücher zu behalten, als das, was drin steht.”

Viel Spass beim Bücher-verleihen,
Doc Ramadani

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Ein besonderes Geschenk

Eine weise Frau reiste durch die Berge. Eines Tages fand sie dort in einem Bachlauf einen sehr, sehr wertvollen Stein.

Am nächsten Tag traf sie einen anderen Wanderer. Der Mann war hungrig und die weise Frau öffnete ihre Tasche, um mit ihm ihr Brot zu teilen. Der Wanderer sah den wundervollen Stein in der Tasche. “Gib mir den Stein” sagte er. Die Frau reichte dem Mann ohne jedes Zögern den Stein. Der machte sich schnell davon, denn ihm war klar, dass der Stein sehr, sehr wertvoll war und dass er nun den Rest seines Lebens sorgenfrei verbringen konnte.

Einige Tage später kam der Mann jedoch zurück zu der weisen Frau und gab ihr den Stein wieder.  “Ich habe nachgedacht.” sagte er. “Ich weiß, wie wertvoll dieser Stein ist. Aber ich gebe ihn dir zurück. Das tue ich in der Hoffnung, dass du mir etwas viel Wertvolleres dafür schenken kannst. Bitte gib mir etwas davon, was es dir möglich machte, mir diesen Stein zu schenken.”

Viel Spass beim Loslassen,
Doc Ramadani

PS.: An dieser Stelle einmal wieder vielen Dank an Yves aus Luxembourg für diese tolle Geschichte.

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Herr Doktor, was habe ich?

Ein Mann kommt zum Arzt und sagt: “Herr Doktor, ich weiss nicht mehr weiter. Überall wo ich hinfasse, tut es mir weh.”

Er fasst sich ganz demonstrativ mit dem Zeigefinger an die Nase und sagt: “Meine Nase tut mir weh!”. Er fasst sich an das Kinn und sagt: “Mein Kinn tut mir weh!”. Als nächstes fasst er sich an das rechte Ohr und sagt: “Mein rechtes Ohr tut mir weh!”. Er fasst sich an den rechten Rippenbogen und sagt: “Meine Rippen tun mir weh!”. Und so geht es weiter mit dem Bauch, den Schulter, dem Becken, den Oberschenkeln, den Knien, den Unterschenkeln, den Sprunggelenken, den Füßen und den Zehen.

Der Arzt, sehr um die Gesundheit seines Patienten besorgt, beginnt, diesen gründlichst zu untersuchen. Er untersucht die Nase, das Kinn, das rechte Ohr, die Rippen, den Bauch, die Schultern, das Becken, die Oberschenkel, die Knie, die Unterschenkel, die Sprunggelenke, die Füße und die Zehen. Er führt etliche Funktionstests durch. Er beginnt in Fachbüchern zu lesen und weist seine Sprechstundenhilfe an, alle Termine für den Tag abzusagen. Er bildet etliche Hypothesen und verwirft diese wieder. Stellt Diagnosen und zieht Differentialdiagnose in Betracht – und verwirft diese dann wieder. Schließlich wendet er sich an den Patienten und meint: “Kommen Sie morgen wieder, ich muss nachdenken, sie sind ein schwieriger Fall.” – Er grübelt die ganze Nacht.

Am kommenden Tag erscheint der Mann als erster Patient und der Arzt schaut ihn durchdringend an. “Ich weiß was Sie haben.”, sagt er. “Herr Doktor, was habe ich?”, fragt der Patient verschüchtert. Der Arzt holt tief Luft und meint: “Ihr Zeigefinger ist gebrochen!”.

Viel Spass beim Wechseln-der-Perspektive,
Doc Ramadani

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Das Kreuz, das nicht passt

Eines Tages war es Mosche klar geworden. Das Kreuz, das er zu tragen hatte, passte nicht zu ihm. Und so fragte er sich: “Warum hat mir Gott gerade dieses Kreuz gegeben, wo es garnicht zu mir passen will? Nein, dieses Kreuz ist wirklich nicht das, was ich verdient habe. Ich kann mit ihm nichts anfangen. Es drückt und stört mich bei jeder meiner Bewegungen. Nicht, daß ich mich nicht bemüht habe, mich daran zu gewöhnen. Ich trage es nun schon lange, tapfer und ohne zu murren, und was ist das Ergebnis? Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Nein, Gott hat Unrecht getan, gerade mir dieses Kreuz zu geben.” So begann er zu beten und Gott anzurufen “Oh mein Gott, den ich verehre wegen seiner Weisheit und seiner Weitsicht, der Du weißt um Deine Geschöpfe und ihre Wünsche und Vorlieben, der Du sie führst durch Dunkel und Helligkeit und der Du linderst ihr Leid, oh mein Gott, so sage mir, warum habe ich gerade dieses Kreuz bekommen, wo es doch garnicht zu mit passen will? Nun trage ich es schon seit Jahren, und es wird jeden Tag unerträglicher. Wenn es nur möglich wäre ein anderes Kreuz zu erlangen, so würde ich nichts lieber tun, als mich diesem meinen zu entledigen.” Und Mosche betete und betete, bis Gott endlich sprach: “Nun gut Mosche, ich höre Dich. Ich sehe, daß Dein Wunsch von ganzem Herzen kommt, so will ich Dir Deinen Wunsch erfüllen. Schau her, hier ist ein riesiger Saal voller Kreuze, große Kreuze, kleine Kreuze, Kreuze unterschiedlicher Art. Gehe Mosche, suche Dir eins aus!” Und Mosche betritt den riesigen Saal und es war, wie Gott gesagt hatte. Alles voller Kreuze, große Kreuze, kleine Kreuze, breite Kreuze, schmale Kreuze, schwere Kreuze, leichte Kreuze, Kreuze aus Fichtenholz, aus Eiche, aus Zedernholz, aus Palisander, Kreuze unterschiedlichster Art, und Mosche sucht und sucht, doch keins will ihm richtig gefallen. Er betrachtet Kreuz für Kreuz, und schließlich ist er richtig verzweifelt, denn so sehr er auch sucht, er findet keines welches ihm zusagt. Da erblickt er plötzlich versteckt in einer Ecke ein Kreuz, dass er bisher nicht bemerkt hat, und wie er näher herangeht und es so von allen Seiten betrachtet, denkt er bei sich : “Doch dieses Kreuz sieht garnicht schlecht aus, dieses Kreuz könnte mir gefallen”. Und er spricht zu Gott. “Oh himmlischer Vater, der Du gütig zu Deinen Kindern bist, also wenn ich mir eins aussuchen kann, dieses Kreuz würde mir schon gefallen.”. “Ist gut Mosche”, antwortet Gott, “ist gut, nimm es ruhig, Du kannst es haben, es ist eh deins.”

Viel Spass beim Kreuzaussuchen,
Doc Ramadani

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Was ist eine Alternative?

Ein Mann kam zum Rabbi und fragte: “Rabbi, sag mir bitte: Was ist eine Alternative?”

Der Rabbi zögerte etwas, studierte aufmerksam das Gesicht des Fragenden und sprach dann: “Eine Alternative? Nun, das ist nicht so einfach. Ich will dir ein Beispiel geben: Angenommen, nur einmal angenommen, du hast ein Huhn. So ein Huhn kannst du schlachten, und dann hast du eine schöne Hühnersuppe oder einen Hühnerbraten. Du kannst allerdings auch warten, bis dein Huhn ein Ei legt. Dann hast du ein Huhn und ein Ei.” - ”Aha”, sagte der Fragende und ein erkennendes Leuchten zeigte sich auf seinem Gesicht, “das ist also eine Alternative.”

“Moment, warte mal ab”, sagte der Rabbi, “die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir einmal mal an, du entscheidest dich fürs Eierlegen. Dann hast du irgendwann ein Huhn und ein Ei. So ein frisches Ei, das gibt ein schönes Frühstücksei. Oder du kannst das Huhn natürlich auch brüten lassen. Dann hast du irgendwann zwei Hühner.” - Die Augen des Fragenden leuchteten auf: “Aha, das ist also eine Alterna… ”

“Moment, Moment”, unterbrach ihn der Rabbi. “Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir an, du entscheidest dich fürs Brüten. Dann hast du also zwei Hühner und irgendwann hast du acht Hühner und später dann sogar über 100. Wenn jemand 100 Hühner hat, dann kann er sich überlegen, ob es nicht Zeit ist, eine Hühnerfarm zu errichten. Bei einer Hühnerfarm gibt es nun wieder unterschiedliche Möglichkeiten. Ich kann natürlich so eine Farm neben meinem Wohnhaus bauen. Das hat gewisse Vorteile: Man ist dicht dabei, man überblickt alles und man hat immer die ganz frischen Eier. Allerdings sollte man die Geruchsbelästigung in Betracht ziehen. Die andere Möglichkeit ist, ins nahe gelegene Flusstal zu gehen. Dort haben die Hühner ideale Bedingungen, frisches Wasser und saftiges Gras. Allerdings – man ist natürlich nicht dabei. Vielleicht kommt nachts einmal der Fuchs oder ein Marder, und eines Morgens sind alle Tiere tot.” - ”Aha, das also ist… ”

“Moment, Moment”, sagte der Rabbi, “nicht so schnell, denn die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir mal an, du entscheidest dich für das Flusstal. Die Hühner haben ideale Bedingungen und die Farm wächst und gedeiht: 100 Hühner, 200 Hühner, 500 Hühner und schließlich über 1000 Hühner. Das wird die größte und beste Hühnerfarm weit und breit. Dann beginnt es irgendwann zu regnen. Es regnet und regnet und regnet. Das ist sehr ungewöhnlich für diese Region. Aber es regnet und hört nicht mehr auf. Das Wasser des Flusses steigt und steigt und steigt. Und schließlich überflutet das Wasser die Dämme und damit auch deine Hühnerfarm und alle Hühner sind tot.” An dieser Stelle stoppte der Rabbi unvermittelt und schwieg.

Der Mann wartete ein Weilchen und fragte dann ratlos: “Na und? Wo ist jetzt hier die Alternative…?” - Der Rabbi antwortet: “Die Alternative? Enten, mein Lieber, Enten!”

Besten Dank an Yves aus Luxembourg, der mir diese wunderbare Geschichte zugesandt hat.

Sei neugierig, wie Dich Dein Unterbewusstsein beim nächsten Frühstücksei an diese Geschichte erinnert,
Doc Ramadani

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Niemals Gewalt!

Alle Kinder dieser Erde lieben Astrid Lindgren (geboren 1907 in Schweden). Aber auch den Erwachsenen hat die “Mutter” von Pippi Langstrumpf Bedenkenswertes zu sagen:

Jetzt werde ich eine kleine Geschichte erzählen. Ich hörte sie selbst vor langer Zeit, eine alte Dame erzählte sie mir, und ich habe sie niemals vergessen. Sie ging so – wenn ich mich recht erinnere: Ich war jung zu jener Zeit, als fast alle Kinder oft geschlagen wurden. Man hielt es für nötig, sie zu schlagen, denn sie sollten artig und gehorsam werden. Alle Mütter und Väter sollten ihre Kinder schlagen, sobald sie etwas getan hatten, von dem Mütter und Väter meinten, daß Kinder es nicht tun sollten.

Mein kleiner Junge, Johan, war ein artiger und fröhlicher kleiner Kerl, und ich wollte ihn nicht schlagen. Aber eines Tages kam die Nachbarin zu mir herein und sagte, Johan sei in ihrem Erdbeerbeet gewesen und habe Erdbeeren geklaut, und bekäme er jetzt nicht seine Schläge, würde er wohl ein Dieb bleiben, ein Leben lang. Mit Muttern ist es nun einmal so, daß ihnen angst und bange wird, wenn jemand kommt und sich über ihre Kinder beschwert.

Und ich dachte: Vielleicht hat sie recht, jetzt muß ich Johan wohl eine Tracht Prügel verpassen. Johan saß da und spielte mit seinen Bausteinen – er war ja damals erst fünf Jahre alt -, als ich kam und sagte, daß er nun Prügel bekäme und daß er selbst hinausgehen sollte, um eine Rute abzuschneiden. Johan weinte, als er ging. Ich saß in der Küche und wartete. Es dauerte lange, bis er kam, und weinen tat er noch immer, als er zur Tür hereinschlich. Aber eine Rute hatte er keine bei sich.

“Mama” sagte er schluchzend, “ich konnte keine Rute finden, aber hier hast du einen Stein, den du auf mich werfen kannst!” Er reichte mir einen Stein, den größten, der in seiner kleinen Hand Platz fand. Da begann auch ich zu weinen, denn ich verstand auf einmal, was er sich gedacht hatte: Meine Mama will mir also weh tun, und das kann sie noch besser mit einem Stein.

Ich schämte mich. Und ich nahm ihn in die Arme, wir weinten beide soviel wir konnten, und ichdachte bei mir, daß ich niemals, niemals mein Kind schlagen würde. Und damit ich es ja nicht vergessen würde, nahm ich den Stein und legte ihn in ein Küchenregal, wo ich ihn jeden Tag sehen konnte, und da lag er so lange, bis Johan groß war. Dieb wurde keiner aus ihm. Das hätte ich gern meiner Nachbarin erzählen mögen, aber sie war schon lange fortgezogen. Ja, so sprach die alte Dame, die mir dies alles erzählte, als ich noch sehr jung war.

Und ich weiß noch, daß ich mir dachte: Ich werde meine Kinder auch nicht schlagen, sollte ich welche bekommen. Ich bekam zwei Kinder und ich schlug sie niemals. Trotzdem wurden gute Menschen aus ihnen. Und auch sie schlagen ihre Kinder nicht.

Warum erzähle ich das alles?

Es sollte ja vom Frieden die Rede sein. Ich glaube, das tut es auch. In gewisser Weise. Immer noch gibt es viele Mütter und Väter auf der Welt, die ihre Kinder schlagen und glauben das sei gut. Sie meinen, Kinder würden artig und gehorsam durch Schläge. Aber statt dessen werden sie zu solchen Menschen, die gerne selber andere schlagen und weitermachen damit, wenn sie groß sind. Denn wie sollte einer, der sich als Kind an die Gewalt gewöhnt hat, zu einem friedlichen Menschen heranwachsen?

Und wie soll es Frieden geben in der Welt, wenn es keine friedfertigen Menschen gibt? Zu Hause, in den Wohnungen, muß der Friede beginnen. Ich glaube, es wäre gut, wenn ein Stein in den Küchenregalen läge, fast überall auf der Welt, als Erinnerung: Schluß mit Gewalt!

Ich kenne eine Menge Staatsmänner und Politiker, die einen solchen Stein auf dem Küchenregal haben sollten. Aber dann würden sie vielleicht bloß die Steine nehmen und hinausgehen und einander die Schädel damit einschlagen. Denn glaubt man an Gewalt, dann handelt man auch so!

(Festrede, gehalten in der Frankfurter Paulskirche anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, 1978)

Ich danke wieder Monika für die eMail mit dieser Rede.

Viel Spass beim Stein-ins-Regal-legen,
Doc Ramadani

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Das 90/10-Prinzip des Stephen Covey

Vor einigen Tagen bin im Blog der Hypnosetherapeutin und Heilpraktikerin Katharina Hille auf einen wundervollen Artikel gestossen. Katharina hat sich die Arbeit gemacht, einen Artikel von Stephen Covey ins Deutsche zu übersetzen. Und ich möchte Euch diesen schönen Beitrag mit einigen wenigen Anmerkungen weiterleiten und Euch hiermit auch Katharina’s Blog als Energiequelle empfehlen.

Das 90/10-Prinzip

Worum geht es bei diesem Prinzip?

  • 10% des Lebens besteht aus Dingen die Dir geschehen.
  • 90% des Lebens wird davon bestimmt, wie DU reagierst.

Was bedeutet das?

Tatsächlich haben wir KEINE Kontrolle über die 10% die uns geschehen (Manche Anhänger des Universums würden sogar das bestreiten, aber lassen wir das mal so stehen). Bei den 90% sieht das anders aus. DU bestimmst diese 90%. Wie? - Durch Deine Reaktion. Du kannst keine rote Ampel kontrollieren. Aber, Du kannst Deine Reaktion kontrollieren. Lass Dir nichts anderes erzählen. Du kannst lernen zu kontrollieren, wie Du reagierst.

Beispiel gefällig?

Du frühstückst mit Deiner Familie. Deine Tochter stößt eine Tasse Kaffee um, die sich über Dein frisches Hemd ergießt. Du hast KEINE KONTROLLE darüber, was gerade passiert ist. Was als nächstes geschieht, wird dadurch bestimmt, WIE DU REAGIERST:

1. Variante:
Du fluchst. Du schreist Deine Tochter an, weil sie die Tasse umgeworfen hat. Sie bricht in Tränen aus. Nachdem Du sie angeschrien hast, wendest Du Dich Deiner Frau zu und wirfst Ihr vor, die Tasse zu nah an den Tischrand gestellt zu haben. Daraus entwickelt sich ein kleiner Ehestreit. Du stürmst die Treppe hinauf, um Dir ein frisches Hemd anzuziehen. Wieder unten, stellst Du fest, dass Deine Tochter vor lauter Weinen keine Zeit mehr hatte, ihr Frühstück zu beenden und sich für die Schule fertig zu machen. Sie verpasst den Bus. Deine Frau muss jetzt sofort zur Arbeit gehen. Du hetzt zum Auto und fährst Deine Tochter zur Schule. Weil Du spät dran bist, fährst Du mit 90 Sachen durch eine 50-km/h-Zone. Mit 15-minütiger Verspätung und einem saftigen Strafzettel für zu schnelles Fahren, kommst Du an der Schule an. Deine Tochter rennt in die Schule, ohne sich von Dir zu verabschieden. Nachdem Du 20 Minuten zu spät an Deinem Arbeitsplatz eingetroffen bist, stellst Du fest, dass Du Deine Brieftasche vergessen habst. Der Tag hat gräßlich begonnen. Und er wird schlimmer und immer schlimmer. Du bist froh, wenn Du endlich nach Hause kannst. WARUM? - Weil Du heute Morgen so reagiert hast, wie Du reagiert hast.

Warum hatten Sie einen schlechten Tag?

A) Hat der Kaffee das verursacht?
B) Hat Deine Tochter das verursacht?
C) Hat der Polizist, der Dir den Strafzettel verpasst hat, das verursacht?
D) Hast Du das verursacht?

Die richtige Antwort lautet: D

Du hattst KEINERLEI KONTROLLE über das, was mit dem Kaffee passiert ist. Deine Reaktion in diesen 5 Sekunden verursachte Deinen miserablen Tag!

2. Variante:
Kaffee ergießt sich über Dein Hemd. Deine Tochter beginnt fast zu weinen. Du sagst sanft zu ihr: “Alles ok, Spätzchen, das ist nicht schlimm. Pass einfach das nächste mal ein wenig besser auf.” Du nimmst Dir ein Handtuch und gehst nach oben, um ein frisches Hemd anzuziehen. Du steckst Deine Brieftasche ein, kommst in aller Ruhe wieder herunter. Du schaust aus dem Fenster und siehst Deine Tochter, wie Sie zum Bus geht. Sie dreht sich herum und winkt Dir zu. Du kommst 5 Minuten zu früh zu Arbeit und begrüßt Deine Kolleginnen und Kollegen mit bester Laune.

Bemerkst Du den Unterschied? Zwei unterschiedliche Szenarien. Beide haben gleich begonnen. Jedes endet aber anders. WARUM? - Wegen der Art, wie Du reagiert hast. Du habst wirklich keine Kontrolle über 10% dessen, was in Deinem Leben passiert. Die anderen 90% werden durch Deine Reaktion bestimmt.

Und jetzt sei einmal ganz neugierig, wie es Dein Unterbewusstsein für Dich macht, dass Du Dich einfach so, ab und zu ganz von allein an diese Geschichte erinnerst.

Viel Spass beim Gelassen-reagieren,
Doc Ramadani

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Die wahre Freiheit

Der Philosoph Diogenes sitzt des Abends in seinem Fasse und ißt Linsen. Das sieht der Philosoph Aristippos, der ein angenehmes Leben führt, indem er dem König schmeichelt. Da spricht Aristippos: “Wenn Du gelernt hättest, dem König gegenüber gefügig zu sein, müßtest Du nicht mit solchem Abfall wie Linsen zufrieden sein.” Diogenes antwortet: “Wenn Du gelernt hättest, mit Linsen auszukommen, bräuchtest Du nicht dem König zu schmeicheln.”

Viel Spass beim Freimachen,
Doc Ramadani

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