Doc Ramadani’s Energiebrief

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Beiträge mit dem Schlagwort Nocebo

Ab und zu einmal ein neues Placebo

Im Blog von Hanspeter Ricklin habe ich einen tollen Beitrag gefunden. Er berichtet darin über ein Youtube-Video von Dan Ariely, dem Autor des lesenswerten Buches “Denken hilft zwar, nützt aber nichts”.

Ein wunderbares Video, in dem Dan Ariely über seine Liebe für Placebo-Medizin erzählt und wie er sich freut, ein neues Placebo gefunden zu haben, nachdem der kleine Rest an Glauben an sein altes Placebos wegen eines Zeitungsartikels zerstört wurde und dieses nicht mehr funktionierte. Ein tolles Video – aber seht selbst:

Mein Freund Stefan Hammel hat dazu einmal folgende Geschichte erfunden:

„Immer, wenn ich einen Vortrag halte“, hat neulich ein Mann zu mir gesagt, „habe ich solches Lampenfieber. Mein Blutdruck geht in die Höhe, ich bekomme Herzklopfen und atme gepresst und schnell. Meine Frau hat mir dieses Blutdruck senkende Mittel gegeben. Seitdem ist es besser geworden.“ „Ich möchte Ihnen ein Geheimnis verraten“, habe ich geantwortet. „Immer, wenn Sie das Mittel einnehmen, weiß Ihr Körper schon, dass er den Blutdruck senken wird. Er weiß genau, was er auf die Tablette hin zu tun hat. Er weiß es so genau, dass er den Blutdruck auch senken wird, wenn Sie die Tablette einfach nur einstecken.”

“Hat funktioniert”, berichtete der Mann beim nächsten Treffen.

Viel Spass beim Placebo-therapieren,
Doc Ramadani

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Amerikaner schlucken lieber Antidepressiva

Amerikas Verbrauch an Antidepressiva hat sich verdoppelt

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Neulich bin ich über einen Blog-Beitrag von Richard L. Fellner aus Wien gestolpert: Antidepressiva sind heute bereits die in den USA am meisten verkauften Medikamente – ihr Konsum hat sich in 10 Jahren verdoppelt.

In einem Artikel in der Fachzeitschrift “Archives of General Psychiatry” haben die Forscher Mark Olfson und Steven C. Marcus die Ergebnisse ihrer Analyse verschiedener Studien zum Einsatz von Antidepressiva aus den Jahren 1996 und 2005 vorgestellt. Insgesamt gehen die Ergebnisse von 50.000 Kindern und Erwachsenen in die Analyse ein.

Das Ergebnis: 10 Prozent der Amerikaner (27 Millionen Menschen) nahmen 2005 Antidepressive – doppelt so viele wie 1996. Allerdings, und das ist bemerkenswert: nur die Hälfte dieser Menschen wird allein wegen Depression behandelt. Genau so viele nehmen zusätzlich Medikamente gegen Rückenschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen oder anderen Beschwerden zu sich.

Olfson & Marcus gehen davon aus, dass nicht unbedingt mehr Menschen depressiv sind, als noch vor 10 Jahren, sondern dass Antidepressiva vermehrt auch bei anderen Erkrankungen als “Stimmungsaufheller” verschrieben würden. Das könnte auch erklären, warum der Anteil der Amerikaner, die versuchen unter Begleitung eines professionellen Therapeuten etwas an ihrem Leben zu ändern, von 31% auf 20% gefallen sei. Außerdem könnte der immense Werbeaufwand der Pharmafirmen zu einem größeren Glauben an die Wirksamkeit von Antidepressiva geführt haben, so Olfson & Marcus.

Ich vermute hinter diesen doch sehr nachdenklich machenden Zahlen noch ein anderes Phänomen, dass ich auch bei uns immer häufiger feststellen kann: die Menschen neigen immer mehr dazu, die Verantwortung für ihr Leben nach außen zu delegieren. Man braucht nur das richtige Mittelchen oder die richtige Nahrungsergänzung und schon ist wieder alles Paletti.  Dass einem der Organismus durch Symptome vielleicht darauf aufmerksam machen möchte, dass es an der Zeit wäre, etwas aktiv an seinem Leben zu ändern, wird gar nicht erst in Erwägung gezogen. Das Sirene wird abgestellt und der Brand schwelt weiter. Muss es denn erst zum Kollaps kommen?

Viel Spass beim Leben-selbst-in-die-Hand-nehmen,
Doc Ramadani

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Der Nocebo-Effekt – wenn sogar die Schein-Therapie schaden kann

Joachim Küster hat mich wieder einmal auf einen sehr interessanten Artikel in der FAZ aufmerksam gemacht – und dort wird wieder einmal über den so genannten Nocebe-Effekt aufgegriffen, zu dem ich schon in meinem Blog-Beitrag vom 6. Juli 2009 etwas geschrieben habe.

Im aktuellen Beitrag in der FAZ wird auch dieser eindrückliche Fall geschildert, der vor rund 2 Jahren in der medizinischen Fachzeitschrift “General Hospital Psychiatry” veröffentlich wurde:

Der 26-jährige Derek Adams wollte seinem Leben ein Ende setzen. Seine Freundin hatte ihn verlassen. Er schluckte 29 Kapseln eines Antidepressivums und bekam Todesangst. Nach der massiven Überdosis sackte sein Blutdruck ab, er kam in die Klinik und konnte trotz intravenöser Infusionen nicht stabilisiert werden.

Die fraglichen Tabletten hatte er im Rahmen einer Medikamentenstudie bekommen. Wie üblich, waren der Hälfte der Teilnehmer echte Medikamente, den anderen nur Placebos verabreicht worden. Und natürlich wussten die Versuchsteilnehmer nicht, zu welcher Gruppe sie gehörten – die Studie war ordnungsgemäß “verblindet”. Nach der Einlieferung in die Notfallstation stellte sich heraus, dass Adams zur Placebogruppe gehörte. Als er erfuhr, dass er nur ein Scheinpräparat geschluckt hatte, verschwanden seine Beschwerden binnen kurzem. Der junge Mann war körperlich kerngesund.

Ein eindrücklicher Fall. Den ganzen Artikel der FAZ gibt es hier zum Nachlesen:
Zum gesamten Artikel auf FAZ.NET

Viel Spass beim Sich-über-die-menschliche-Psyche-wundern,
Doc Ramadani

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Die Macht der schlechten Gedanken

Der Glaube an Nebenwirkungen oder Diagnosen kann negative Wirkungen haben

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Dass Placebos – Scheinmedikamente, die keinen pharmakologischen Wirkstoff enthalten – wirken. ist wissenschaftlich unumstritten. D.h. wenn ein Arzt einem Patienten ein unwirksames Scheinmedikament zur Behandlung einer Erkrankung verschreibt, wird dieses mit einer nicht unerheblichen Wahrscheinlichkeit wirken. Und das interessante ist: je teurer das Scheinmedikament, desto wirksamer scheint es zu sein, wie neuere Studien belegen. Man geht davon aus, dass allein die Vorstellung, dass ein Medikament helfen könnte, bereits die Selbstheilungskräfte des Organismus aktiviert. Von besonders großem Vorteil ist es, wenn auch der Verschreiber von der Wirksamkeit des Scheinmedikaments überzeugt ist. Der Begriff Placebo und stammt aus dem Lateinischen. Übersetzt bedeutet der Begriff “ich werde gefallen”. Den Placeboeffekt gibt es übrigens nicht nur bei wirkstofflosen Scheinmedikamenten, sondern auch bei wirkstoffhaltigen, schulmedizinischen Präparaten.

Neuerdings ist unter Medizinern und Psychologen aber auch das Gegenteil des Placeboeffekts bekannt – der “Noceboeffekt”. Der Begriff Nocebo stammt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet “ich werde schaden”. Unter dem Noceboeffekt versteht man die Tatsache, dass negative Wirkungen, die man einem Medikament, einem Scheinmedikament oder einer Behandlung zuschreibt, auch zu einem bestimmten Prozentsatz eintreten. Somit scheint allein das Lesens des Beipackzettels und somit die Kenntnis der potentiellen Nebenwirkungen eines Medikaments (auch eines Scheinmedikaments) die Entstehung genau von diesen Nebenwirkungen zu begünstigen.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet in einem Artikel mit sehr eindrücklichen Fallbeispielen über dieses interessante Phänomen.

Zum Artikel in der süddeutschen Zeitung

Viel Spass beim Staunen,
Doc Ramadani

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